Budgetpostulat für 2022: Robi-Spielaktionen, Kindertankstellen

Erziehungsdepartement, Dienststelle 290, Jugend, Familie und Sport, Transferaufwand (Robi-Spielaktionen, Kindertankstellen), 21.5812.01, Erhöhung um Fr. 52’897

Der Verein Robi-Spielaktionen führt auf vier öffentlichen Plätzen in der Stadt die beliebten Kindertankstellen als soziokulturelle Angebote der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Die Kindertankstellen beinhalten jeweils ein Spielmaterialverleih, Animation mit wechselndem Kreativ-, Werk- und Spielangebot sowie ein minimales und kinderfreundliches Bistroangebot zu familienfreundlichen Preisen.

Die Kindertankstellen wurden ursprünglich für den Sommerbetrieb ausgestattet. Die Pavillons auf der Claramatte und der Oekolampadmatte sind jedoch in der Zwischenzeit auch für den Winterbetrieb ausgerüstet (nicht beheizt, aber frostsicher). Obschon die Pavillons wintertauglich sind und die Nachfrage gross ist, müssen die Kindertankstellen mangels Finanzierung jeweils von November bis Ende März schliessen.

Nur dank ausserordentlichen Anstrengungen des Vereins Claramatte konnte der Betrieb der Kindertankstelle mittels eingeworbener Stiftungsgelder im Winterhalbjahr 2020/21 an drei Tagen für drei Stunden öffnen. Die Winteranimation wurde von gegen 2700 Kindern genutzt.

Auf der Oekolampadmatte konnte der Winterbetrieb ebenfalls dank Stiftungsgelder für lediglich einen Tag in der Woche finanziert werden. Dass das Interesse am Winterangebot auch hier sehr gross ist, zeigt die eingereichte Petition betreffend „Weiterführung des Betriebs der Kindertankstelle Oekolampad während der Wintermonate
2020/21“.

Für die Quartierbevölkerung ist es nicht nachvollziehbar, weshalb diese wichtigen Begegnungs-, Bewegungs- und Spielorte im Winter schliessen müssen, obschon es essentiell ist, dass Kinder und Jugendliche auch im Winter eine sinnvolle Beschäftigung, einen verlässlichen Aufenthaltsort und eine Anlaufstelle im öffentlichen Raum haben. Ganzjährige Angebote sind wichtig für die Kinder, Familien und Quartiere, da sie Struktur geben und insbesondere auch zur Sicherheit und Sauberkeit der Orte beitragen, was auch von dem für die Plätze zuständigen Community Policing bestätigt wird. Die Kontinuität von Angeboten ist gerade im Bereich der Prävention wichtig. Allgemein lässt sich beobachten, dass sich die saisonalen Unterschiede in der Nutzung des öffentlichen Raums angleichen, also sowohl Sommer wie Winter die Nachfrage nach mobilen, soziokulturellen und präventiven Angeboten im öffentlichen Raum von Kindern, Jugendlichen und Familien gross ist und diese intensiv genutzt wird. Die fünfmonatige Schliessung hinterlässt daher eine grosse Lücke, was auch die beiden Stadtteilsekretariate Kleinbasel und Grossbasel-West beobachtet haben.

Aufgrund der sehr guten Nutzung und der Vielschichtigkeit der Aufgaben braucht es eine permanente Besetzung von zwei Personen. Zusätzliche Animation wie Werkangebote u.ä. wird optional durch eine weitere Person durchgeführt. Die Kosten für den Winterbetrieb hängen davon ab, an wie vielen Tagen das Angebot offensteht. Ausgehend von drei Nachmittagen pro Woche (3.5 bis 4 Stunden) während fünf Monaten ist ein Betrag von je rund CHF 26’000.00 notwendig. Für die Winteröffnung der beiden Kindertankstellen im Jahr 2022 wird ein Betrag von insgesamt CHF 52’897.00 (Claramatte CHF 26’196; Oekolampad CHF 26’701) benötigt.

Dieser Betrag kann nicht aus dem laufenden Budget finanziert bzw. kompensiert werden. Die Kindertankstellen können auch nicht selbsttragend betrieben werden, da sie keine Buvetten sind, sondern eine Anlaufstelle im soziokulturellen Sinn sind. Die Gastronomie ist nicht kostendeckend und kann die anderen Bereiche nicht quersubventionieren. Das hat auch die Petitionskommission festgestellt.

Die Kindertankstellen haben ihr ursprüngliches Sommerangebot aufgrund der Notwendigkeit und den neuen baulichen Voraussetzungen auf den Winter ausgeweitet und bieten damit ein wichtiges und bereits bewährtes Angebot ausserhalb der Leistungsvereinbarung mit dem Kanton an. Da der Winterbetrieb frühestens mit der nächsten Vertragsperiode 2024 bis 2027 in die Leistungsvereinbarung mit dem Kanton integriert werden kann, ist der Winterbetrieb 2022 mittels Finanzhilfe sicherzustellen ist.

Im Übrigen hat auch die Petitionskommission in ihrem Bericht, welcher am 17. März 2021 dem Regierungsrat überwiesen worden ist, darauf hingewiesen, dass das nachvollziehbare Anliegen der Finanzierung der Winteranimation (des Winterbetriebs) für das Jahr 2022 mit einem entsprechenden Budgetpostulat erreicht werden könnte. Ausserdem hätte die Regierung bis Mitte September 2021 dazu Stellung nehmen müssen, ob aufgrund des Konzeptwechsels bei Robi-Spielaktionen bereits in den nächsten sechs Monaten statt erst 2023 eventuell mehr Mittel gesprochen werden könnten, was bislang noch nicht erfolgt ist.

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Michelle Lachenmeier

Vorstand
Jus-Studium Universität Basel 2005-2010, Richterin Strafgericht 2013-2017, Doktorat 2017, Lehrbeauftragte Universität Basel seit 2017, Advokatin seit 2018, Mutter eines Sohnes 2019

Infos zur Person

Mandate

  • Im Grossen Rat seit 8.2.2017 (Justiz-, Sicherheits- und Sportkommission)
  • Kommission für das Naturhistorische Museum (Mitglied)