Interpellation: Zusätzliche Öffnung des öffentlichen Raums für Kultur im Corona-Sommer

Die Corona-Krise trifft insbesondere die Kulturbranche hart. Veranstaltungen für Kulturschaffende jeglicher Branchen sind seit März nur online und ab nächster Woche nur im kleinen Rahmen und in Räumen möglich. Doch gerade die Sommersaison in Basel ist berühmt für die lauschigen Kulturnächte unter freiem Himmel. Für Veranstalter*innen sowie Kulturschaffende ist es eine Herausforderung, unter den geltenden BAG-Regeln ihre Kultur zu präsentieren und Veranstaltungen durchzuführen. Gleichzeitig lechzt die Stadtbevölkerung nach Kultur und es wird ein hohes Mass an Kreativität von den Kulturschaffenden erwartet, um die Sehnsüchte der vergangenen Monate und die Erwartungen an den Sommer zuhause zu stillen.

Kultur, die in Krisen entsteht und versucht, diese zu thematisieren, verläuft häufig entlang ihrer Grenzen und hat einen klare bottomup-Charakter. Gerade das macht sie so wertvoll. Damit diese wertvollen kulturellen Auseinandersetzungen mit der Aktualität im Sommer mit Corona Massnahmen auch ihren Raum finden, braucht es von der Regierung ein klares Bekenntnis.

Mit Blick auf diese Ausgangslage bittet die Interpellantin, folgende Fragen zu beantworten:

  1. Anerkennt der Regierungsrat den gesellschaftlichen Mehrwert von kulturellen Veranstaltungen im öffentlichen Raum gerade angesichts der aktuellen Situation?
  2. Zusätzliche Kulturräume im Freien würden Kulturschaffenden eine legale Plattform bieten. So könnten bspw. in Pärken und Plätzen Bühnen oder sonstigen geeigneten Plattformen zur Verfügung gestellt werden. Sieht der Regierungsrat darin ein Potential und ist er bereit, eine solche Idee weiterzuverfolgen?
  3. Um eine Idee spontan umzusetzen, ist häufig ein Entgegenkommen der zuständigen Dienststellen nötig. Veranstaltungen im öffentlichen Raum werden, unabhängig ihrer Grösse, oft monatelang vorausgeplant. Sieht der Regierungsrat eine Möglichkeit, kulturellen Veranstaltungen im öffentlichen Raum über die Coronamonate einfacher zu ermöglichen?
  4. Wie können langwierige Bewilligungsprozesse aus Sicht des Regierungsrates verkürzt werden?
  5. Wäre für den Regierungsrat eine Beratungsstelle für diesen Zweck sinnvoll und machbar?
  6. Kann der Regierungsrat die Veranstaltungskontingente auf öffentlichen Plätzen mit Bespielungsplan dieses Jahr erweitern?

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Jo Vergeat

Grossrätin (jgb)
Geschäftsführerin Kulturstadt Jetzt, Studentin

Infos zur Person

Mandate

  • Im Grossen Rat seit 13.02.2019 (Finanzkommission, Petitionskommission, Delegation IPK Fachhochschule Nordwestschweiz)