Partnerschaft nützt allen

Für sich genommen sind die beiden Halbkantone Basel-Stadt und Baselland zu klein, um allein eine gute medizinische Grundversorgung und eine qualitativ hochstehende universitäre Medizin sicherzustellen. Die Notwendigkeit einer gemeinsamen regionalen Gesundheitsplanung ist deshalb unbestritten. In der Region leben mehr als eine halbe Million Menschen, und es werden überdurchschnittlich viele medizinische Leistungen erbracht. Aber auch die Prämien sind in der Region schweizweit am höchsten. Bei den Spitälern gibt es teure Überkapazitäten, obwohl seit Jahrzehnten ein Bettenabbau gefordert wird.

Überkapazitäten abbauen

Mit dem gemeinsamen Universitätsspital entsteht ein leistungsfähiges öffentliches Spital, welches eine gute medizinische Grundversorgung in der ganzen Region ermöglicht. Teure und unnötige Doppelspurigkeiten der bestehenden kantonalen Spitäler können endlich beseitigt, Überkapazitäten abgebaut werden. Dank ausreichend hoher Fallzahlen wird das Angebot der hoch spezialisierten Medizin in der Region bleiben. Für weniger Geld erhalten Patientinnen und Patienten  mehr Gesundheit.

Vorbild ist das UKBB, das Universitäts-Kinderspital beider Basel, welches erst zur Erfolgsgeschichte wurde, als Basel-Stadt und Baselland sich nach jahrelangen Streitereien endlich zusammenrauften. Nur gemeinsam können Strukturen optimiert, die besten Ausbildungsmöglichkeiten für das medizinische Personal sichergestellt werden, und gemeinsam entsteht ein verlässlicher Sozialpartner, der auch in Zukunft gute Arbeitsbedingungen bieten kann.

Paritätische Mitbestimmung

Die beiden Kantonsregierungen haben hart verhandelt. Sie haben gute Lösungen gefunden. Die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler in beiden Kantonen werden von jährlich wiederkehrenden Einsparungen von bis zu 10 Millionen Franken profitieren. Die Prämienzahlerinnen und Prämienzahler von jährlich voraussichtlich 70 Millionen Franken. Dass beiden Partnern trotz ungleicher Beteiligung bei wichtigen Fragen paritätische Mitbestimmung gewährt wird, ist für eine gesunde  Partnerschaft Voraussetzung und kein Nachteil für Basel-Stadt. Es wäre undenkbar, wenn in grundlegenden Fragen nicht für beide Partner zufriedenstellende Lösungen gesucht werden. Der Staatsvertrag zielt darauf ab, dass Baselland seine Beteiligung am gemeinsamen Universitätsspital schrittweise erhöht.

Kleinlicher Kantönligeist ist nicht angebracht. Das zukunftsweisende Projekt eines gemeinsamen Universitätsspitals der beiden Halbkantone ist ein bedeutender Schritt in die richtige Richtung und verdient unsere Unterstützung.

Jürg Stöcklin

Grossrat FKom & IGPK Uni
Delegation IGPK Universität Basel () seit 15.03.2017 Finanzkommission (FKom) seit 08.02.2017

Infos zur Person

Mandate

  • Grossrat von 05.02.1997 bis 31.1.2013 und von 8.2.2017
  • Fraktionspräsident Grünes Bündnis seit 16.8.2018
  • Bürgergemeinderat Basel

Zur Webseite: Spital-region.ch