Stadtteilrichtplan Gundeldingen ist zu unverbindlich und zaghaft

Der Entwurf zum Stadtteilrichtplan Gundeldingen muss grüner und autofreier werden, um das Quartier für eine dekarbonisierte Gesellschaft fit zu machen.

Der neue Stadtteilrichtplan Gundeldingen will die Lebensqualität erhöhen und durch neue Quartierteile im Osten zusätzlichen Wohnraum schaffen. Trotzdem bleibt zu wenig ersichtlich, wie der Stadtteilrichtplan zur Dekarbonisierung und zur Abschwächung der Folgen der Klimaerhitzung beitragen soll.

Gundeldingen braucht mehr Grün und ein Zentrum

Die Idee der weiteren Belebung wird toter Buchstabe bleiben, solange auf dem Güterstrasse-Boulevard der Verkehrsdruck derart hoch ist. Die Güterstrasse sollte deshalb mindestens zwischen Margarethenstrasse und Thiersteinerallee autofrei werden. Zudem ist der Tellplatz vom Auto-Verkehr zu befreien, damit er seine angedachte Funktion als Begegnungsort ausfüllen kann.

Insgesamt bleibt auch die Idee, den Freiraum grüner zu gestalten, zu vage und die stadtökologischen Fragen sind inexistent oder unverbindlich. Insgesamt braucht es entlang der Hauptverkehrsachsen aber auch auf den kleineren Strassen mehr Baumpflanzungen und Begrünungen. Diese sind möglichst bald umzusetzen und es soll auch geprüft werden, Fassadenbegrünungen durch Subventionen aus dem Mehrwertabgabefonds zu fördern.

Verbindungen sinnvoll gestalten

Auch beim Verkehr fehlt eine Antwort darauf, wie die Infrastruktur hin zu umweltverträglichem und sicherem Verkehr umgebaut werden soll. Für die Sicherheit in einem derart dicht bebauten und intensiv genutzten Stadtteil ist es schliesslich unerlässlich, dass das Tempo auch auf den Hauptverkehrsachsen reduziert wird.

Bis zum Bau der Bahnhofs-Passerelle war Gundeldingen praktisch abgeschnitten vom Rest der Stadt. Da der Nutzungsdruck auf der Passerelle heute über Gebühr ausgereizt ist, muss die Anbindung an die Stadt verbessert werden. Im Richtplan sollte im Interesse der Bevölkerung deshalb klar festgelegt werden, dass eine oberirdische Lösung gefunden wird. Eine erneute Unterführung würde die Bemühungen des Richtplans von 1986 untergraben.

Oliver Thommen

Geschäftsführer, Grossrat
Seit 2012 Geschäftsführung Grüne Basel-Stadt (Teilzeit), 2014 Geschäftsführung Fusionsinitiative, 2011 Redaktion Tagesanzeiger.ch, 2010 Abschluss lic. phil Geschichte, Islamwissenschaft, Soziologie, 2 Kinder

Infos zur Person

Mandate

  • Im Grossen Rat seit 1. März 2020 (Geschäftsprüfungskommission, Parlamentarische Untersuchungskommission zum Neubau des Biozentrums)

Stellungnahme zur Vernehmlassung über den Stadtteilrichtplan Gundeldingen

Grundsätzlich ist dieser Entwurf begrüssenswert, da die Lebensqualität gesteigert werden soll, etwa in dem die Grün- und Freiräume verbessert und die Attraktivität für den Velo- und den Fussverkehr gesteigert werden sollen. Zudem sind die neuen Teile Auf dem Wolf und Dreispitz Nord eine Bereicherung für Gundeldingen und können durch zusätzlichen Wohnraum auch eine Entlastung für die MieterInnen sein (siehe Basel 2035).

Trotzdem hat der Entwurf für den Stadtteilrichtplan einen grundsätzlichen Mangel: obwohl er die Stossrichtung der Stadtentwicklung bis 2040 vorgeben will, wird zu wenig ersichtlich, wie dieser einerseits zu der in den Pariser Klimazielen festgelegten Dekarbonisierung der Gesellschaft beitragen und andererseits wie er die Folgen der Klimaerhitzung abmildern soll. Zudem lässt der Richtplanentwurf bei den neuen Bebauungen, insbesondere bei den als Akzenten beschriebenen Hochhäusern, Vorgaben für ökologisches Bauen vermissen.

Zentrum schaffen

Die Idee der weiteren Belebung und Zentrumsentwicklung ist zwar ehrenwert. Dies wird aber toter Buchstabe bleiben, solange als der Boulevard vor allem als Parkplatz für Autos dient und der Verkehrsdruck derart hoch ist. Wir fordern deshalb, dass die Güterstrasse mindestens zwischen Margarethenstrasse und Thiersteinerallee (mit Ausnahmen) autofrei wird. Zudem ist der Tellplatz vom Verkehr zu entlasten, damit er seine angedachte Funktion ausfüllen kann.

Mehr Stadtgrün

Insgesamt bleibt die Idee, den Freiraum grüner zu gestalten, zu vage und die stadtökologischen Fragen sind inexistent oder zu unverbindlich. Wir verweisen hier auf die Stellungnahme des WWF Region Basel.

Allgemein braucht es entlang der Hauptverkehrsachsen aber auch auf den kleineren Strassen mehr Baumpflanzungen und Begrünungen. Diese sind nicht nur zu prüfen, sondern möglichst bald umzusetzen auf Kosten von Parkplätzen oder dem Abbau von versiegelten Flächen. Neben den im Richtplanentwurf vorgeschlagenen Massnahmen soll auch geprüft werden, Fassadenbegrünungen durch Subventionen aus dem Mehrwertabgabefonds zu fördern.

Weniger MIV

Der Entwurf zum Stadtteilrichtplan verspricht zwar kürzere Wege, gibt aber keine Antworten darauf, wie die Infrastruktur hin zu umweltverträglichem Verkehr umgebaut werden soll. Vielmehr ist davon auszugehen, dass mit dem Stadtteilrichtplan durch die Förderung von Quartierparkings unter dem Strich auch noch zusätzliche Parkgelegenheiten geschaffen werden. Insbesondere weil die Prüfaufträge zur Verbesserung der Sicherheit und für Baumpflanzungen so unverbindlich sind, dass nicht zu erwarten ist, dass hier eine Verbesserung eintritt.

Für die Sicherheit in einem derart dicht bebauten und intensiv genutzten Stadtteil ist es zudem unerlässlich, dass das Tempo auch auf den Hauptverkehrsachsen auf 30 Stundenkilometer reduziert wird und an neuralgischen Punkten auf Tempo 20 (etwa um Schulen, Spielplätze, Parks, Plätze). Zudem sorgen Parkplätze oft für unübersichtliche Situationen (z.B. Hochstrasse Spielplatz) und sollten im Sinne der Sicherheit der Bevölkerung abgebaut werden.

Das vorgesehene Carterminal am Bahnhof SBB soll nicht weiterentwickelt werden. Abgesehen von grundsätzlichen Bedenken gegenüber gewissen Carfahrten ist aufgrund der Lage das aktuelle Terminal zwar zum Umsteigen auf den Zug gut geeignet, aber mit einer mühsamen Fahrt durch das Quartier und mit einer gefährlichen Wendung an der Margarethenstrasse verbunden. Auch der Standort am Erdbeergraben scheint ungeeignet, da die Anbindung an den Bahnhof fehlt und auch hier eine Schlaufe via die Nauenstrasse zur Autobahn notwendig ist. Sinnvoller wäre ein Carterminal am Badischen Bahnhof, da dort sowohl Autobahnzugang als auch Nähe zum Bahnhof gewährleistet ist.

Neue Stadtteile einbinden

Gundeldingen bleibt auch im Entwurf zum Stadtteilrichtplan von Längs- und Querachsen durchschnitten. Eklatant wird dies bei den beiden neu zu bauenden Quartierteilen Dreispitz Nord und Auf dem Wolf. Es werden hier die gleichen Fehler wiederholt, wie bei früheren Planungen: Sicherheit und Erreichbarkeit werden im Richtplanentwurf zwar grossgeschrieben, aber die beiden neuen Quartierteile bleiben durch die Münchensteinerstrasse und die Reinacherstrasse abgeschnitten vom Rest. Wir fordern deshalb, dass beide genannten Strassen zur Tempo 30-Zone umgestaltet und mit Grünanlagen und komfortablen Querungen ausgestattet werden.

Verbindung in die Stadt

Bis zur Neugestaltung der Gleisquerung mittels der Bahnhofs-Passerelle war Gundeldingen für zu Fuss Gehende praktisch abgeschnitten vom Rest der Stadt. Da der Nutzungsdruck auf der Passerelle über Gebühr ausgereizt ist, muss die Anbindung an die Stadt verbessert werden. Im Richtplan sollte im Interesse der Bevölkerung deshalb klar festgelegt werden, dass rasch eine oberirdische Lösung gefunden wird. Eine erneute Unterführung ist nicht akzeptabel und untergräbt die Bemühungen des Richtplans von 1986.

Gundeldingen wird das grösste Stadtquartier bleiben, insbesondere dank der neuen Gebiete im Osten. Regierung und Verwaltung sollten deshalb prüfen, ob nicht eine weiterführende Schule in diesem Stadtteil aufgebaut werden sollte. Bisher findet sich südlich der Geleise keine Schule ab Sekundarstufe.

Wir danken Ihnen für die Gelegenheit zur Stellungnahme und hoffen auf wohlwollende Aufnahme.

A. ALLGEMEINES/ÜBERGEORDNETES

Stimmen Sie dem Stadtteilrichtplan Gundeldingen im Grundsatz zu?

TEILWEISE

Begründungen/Bemerkungen:

Der vorliegende Entwurf bringt einige spürbare Verbesserungen für die BewohnerInnen des Quartiers. Jedoch handelt es sich vor allem bei den Massnahmen im Verkehrsbereich und bei der Begrünung vor allem um Prüfaufträge. Es ist bei diesen dann zu befürchten, dass sie nicht umgesetzt werden, wie zum Beispiel die 1986 versprochene Allee in der Bruderholzstrasse.

Zudem sieht der Stadtteilrichtplan keine Entwicklung hin zu einer dekarbonisierten Gesellschaft vor. Es soll nach dem Richtplan weiterhin die Verkehrsschneisen durch Gundeldingen geben, wie sie die der motorisierte Individualverkehr (MIV) schon seit Jahrzehnten durchs Quartier zieht und damit Sicherheit, Gesundheit und Lebensqualität aller beschneidet.

Schliesslich ist in Sachen Grünraumentwicklung und Stadtökologie noch vieles Stückwerk. Gerade die Anpassungen an die drohende Klimakatastrophe erfordern mehr Entsiegelung und mehr Grün in der Stadt. Zudem verweisen wir bezüglich schützenswerter Naturobjekte, Freiraumkonzept und Biotopverbund auf die Anregungen des WWF Region Basel in deren Stellungnahme.

B. STADTTEILRICHTPLAN BERICHT

1. Einleitung

Haben Sie Anmerkungen zum Kapitel Einleitung (Unterkapitel 1.1 bis 1.9)?

1.3 Kurzversion

Die Planung eines Quartierzentrums ist wichtig für das Quartier. Allerdings muss dieses frei von Autoverkehr (ausgenommen Zubringer, Gewerbe und Parkhaus) sein und der Boulevard mehr begrünt werden.

Die Entwicklungen auf den Gebieten Nordspitze Dreispitz und Am Walkeweg sind grundsätzlich zu begrüssen. Der neu entstehende Wohnraum soll aber ökologischen und sozialen Ansprüchen genügen (siehe Basel 2035). Bei den neu zu entwickelnden Gebieten ist nicht verständlich, warum diese wiederum von Verkehrsachsen (Münchensteiner- und Reinacherstrasse) abgeschnitten sein sollen.

Die Entwicklung der Freiräume ist zu begrüssen. Strassenbegrünungen sollen aber nicht nur geprüft, sondern verbindlich festgelegt werden – vor allem auch deshalb, weil der Kanton wie zum Beispiel auf dem Tellplatz alte Bäume regelmässig fällt.

Schliesslich ist beim Verkehr festzuhalten, dass der Rückbau von Parkplätzen auf Allmend forciert werden sollte. Quartierparkings sollten nur gefördert werden, wenn die geschaffenen Parkplätze in Quartierparkings im Minimum 1:1 an der Oberfläche aufgehoben werden, und die öffentlichen Parkplätze lenkungswirksam bewirtschaftet werden.

2. Ausgangslage und Vorgehen

Haben Sie Anmerkungen zum Kapitel Ausgangslage / Vorgehen (Unterkapitel 2.1 bis 2.7)?

2.1. Perimeter

Der Perimeter schliesst den Teil südlich der Gundeldingerstrasse (Unterer Batterieweg bis Hechtliacker) sowie das Gebiet westlich der Reinacherstrasse (Jakobsberger- bis Giornicostrasse) nicht ein. Diese gehören im allgemeinen Verständnis auch zu Gundeldingen (verfügen auch über die Postleitzahl 4053) und sollten in den Perimeter eingefügt werden.

2.3.1. Legislaturziele und Schwerpunkte RR

Inwiefern dieser Entwurf für einen Stadtteilrichtplan dem Legislaturziel Nummer 7 («Der Kanton Basel-Stadt löst seine Umweltaufgaben») entspricht, bleibt offen und sollten neben dem Ziel Nummer 5 und 6 als ein relevantes Ziel für das Quartier festgelegt werden.

Zudem ist festzuhalten, dass die Pläne für einen Gundelitunnel 2.0 abzulehnen und weder mit dem Legislaturziel Nummer 7 noch mit den Klimazielen der Regierung selbst zu vereinbaren sind. Mit der gleichen Begründung ist auch der Westring abzulehnen.

2.4.4. Strassennetzplanung

Die HLS-Strategie sowie die Langfristperspektive von 2018 sind wie oben ausgeführt kontraproduktiv zu jeglicher Anstrengung der Regierung im Umweltbereich und daher zu ändern. Der Westring ist abzulehnen.

Die Parkplatzverfügbarkeit muss nicht erhöht werden, da der MIV abnehmen muss und langfristig durch die Parkplatzpolitik in diese Richtung gelenkt werden soll.

2.4.6 Konzepte

Wir regen an, dass Hochhauskonzept von 2010 dahingehend zu überarbeiten, dass die Hochhäuser auch ökologischen Aspekten (bspw. Graue Energie) genügen müssen. Dabei scheint fragwürdig, warum ein bereits sehr dicht bebautes Quartier weitere Verdichtung benötigt. Dies vor allem in Anbetracht dessen, dass im Quartier Grün- und Freiraum weiterhin keinen höheren Stellenwert zu haben scheinen als Parkplätze.

2.5.1 Dreispitzareal: Nordspitze und Mitte und 2.5.2. Arealentwicklungen am Walkeweg und am Depot Dreisptiz

Die Entwicklungen auf den Arealen sind grundsätzlich sehr begrüssenswert, insbesondere weil damit mehr Wohnraum geschaffen werden sollen und so Druck vom Wohnungsmarkt genommen werden kann (siehe Strategiepapier Basel 2035). Wir erwarten, dass dabei aber Vorgaben zu sozialem und ökologischem Bauen gemacht werden. Zudem muss der Richtplan hier eine Entschleunigung von Reinacher- und Münchensteinerstrasse vorsehen. Ansonsten werden alte Fehler wiederholt und die beiden Quartiere sind vom Rest abgeschnitten. Schliesslich ist zu überlegen, inwiefern das Quartier ans S-Bahn-Netz angeschlossen werden kann.

2.5.4 Stadtraum Bahnhof SBB

Eine Lösung der Querungsproblematik muss gefunden werden. Dass nach dem Ende der Unterführung dank des letzten Quartierrichtplans von 1986 nun wieder eine neue angedacht ist, ist absolut unverständlich. Auch die Haltung der Regierung, die Anforderungen der Stakeholder in Einklang zu bringen, ist zu revidieren. Der Regierungsrat hat die Interessen aller Stakeholder zu berücksichtigen, ist aber ein Vertreter der Bevölkerung und für die Quartierbevölkerung wäre eine erneute Unterführung völlig unverständlich.

3. Analyse und Handlungsbedarf

Haben Sie Anmerkungen zum Kapitel Analyse / Handlungsbedarf (Unterkapitel 3.1 bis 3.6)?

Es wird richtigerweise festgehalten, dass das Quartier attraktiv für Kinder und Jugendliche ist. Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass im Bereich Verkehr deutlich mehr für die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen unternommen werden muss. Dies gilt insbesondere für die Aufhebung von Parkplätzen, Schaffung von Veloparkplätzen und -routen, Entschleunigung des MIV und Verbindungen in andere Quartiere. Letzteres gilt insbesondere, weil es südlich der Geleise (sprich in Gundeldingen und Bruderholz) keine Sekundarschule gibt. Der Regierungsrat sollte deshalb prüfen, ob in Anbetracht des Weiteren Bevölkerungszuwachses nicht die Planung einer Sekundarschule möglich wäre.

Es wird richtigerweise festgehalten, dass der Anteil an Verkehrsflächen mit 30 Prozent sehr hoch ist. Es muss daher erwartet werden, dass mit dem neuen Stadtteilrichtplan angestrebt wird, diese Zahl deutlich zu reduzieren. Im Bezug darauf ist die Feststellung überhaupt nicht nachvollziehbar, dass das Potenzial für Grün- und Freiräume an den Rändern liegen soll.

3.1 Ausgangssituation Nutzungen

Es wird richtigerweise angemerkt, dass der Tellplatz der einzige städtische Platz im Innern des Quartiers ist. Deshalb soll dieser auch für das Quartier umgestaltet werden und nicht für den Durchgangsverkehr.

3.4 Handlungsbedarf Freiräume

Unverständlicherweise sieht der Entwurf zum Richtplan das grösste Potenzial zur Verbesserung der Freiraumversorgung nicht darin, den zu hohen Anteil an Verkehrsflächen zugunsten von Frei-und Begegnungsräumen abzubauen.

4. Stossrichtungen

Haben Sie Anmerkungen zum Kapitel 4 Stossrichtungen?

Stossrichtungen Nutzungen

  • N4 ändern: Bestehende Zentrenstruktur mit Fokus Langsamverkehr weiterentwickeln und ein autorfreies Zentrum schaffen….
  • N7 ändern: Gestalterisch aufgewertete und neue oberirdische Brückenschläge…
  • Neu N9: Südlich der Geleise einen Sekundarschulstandort eruieren.

Stossrichtungen Freiräume

  • Kleine Querstrassen sind zugunsten von Freiraum und Begegnungszonen grün und verkehrsberuhigt.

Stossrichtungen Mobilität

  • M18 ändern: Gewährleistung des Verkehrsflusses mittels Reduktion und Verlangsamung des Durchgangsverkehrs
  • Neu M22: Die grossen Querstrassen (Reinacherstrasse, Thiersteinerallee, Bruderholz-, Solothurner- und Margarethenstrasse) sind verkehrsberuhigt und begrünt.
  • Neu M23: Längsachsen (Münchensteiner-, Dornacher- und Gundeldingerstrasse) sind verkehrsberuhigt.
  • Neu M24: Schaffung eines autofreien Zentrums entlang der Güterstrasse (Margarethenstrasse bis Thiersteinerallee)

5. Konzept und Zielbilder

5.1. Haben Sie Anmerkungen zum Konzeptteil Nutzungen (Kapitel 5.1)?

Text Nutzungen

5.1.1 Hauptnutzungen

Die Belebung des Dreispitz Mitte ist zu begrüssen. Es bedarf deshalb aber unbedingt auch eine Verkehrsberuhigung der umgebenden Ausfallstrassen.

Zudem soll der Regierungsrat prüfen, ob ein eigener Schulstandort der Sekundarstufe für die Quartiere Gundeldingen und Bruderholz nicht angezeigt wäre.

5.1.2 Hochhausgebiet

Die Schaffung von weiteren Hochhäusern im bereits dicht bebauten Quartier sollte höchsten sozialen und ökologischen Standards genügen.

5.1.3 Ankunftsorte

Die Ankunftsorte sind zurzeit grau und die Plätze zumeist versiegelt. Deshalb sollen diese nicht nur einen urbanen, sondern auch einen grünen Auftritt hinlegen.

5.1.4 Zentren

Sowohl die übergeordneten Zentren als auch die das lineare und unbedingt autofreie Quartierzentrum Güterstrasse sollten grüner werden. Dies steigert die Aufenthaltsqualität.

5.1.6 Brückenschläge

Die Brückenschläge sollen oberirdisch stattfinden.

5.2. Haben Sie Anmerkungen zum Konzeptteil Freiräume (Konzeptteil 5.2)?

Text Freiräume

Die Aussage, dass innerhalb des bestehenden Quartiers kaum Platz für zusätzliche Freiräume besteht, ist falsch. Die Verkehrsfläche beträgt aktuell fast ein Drittel der Gesamtfläche, es fehlt zurzeit der politische Wille. Der Stadtteilrichtplan sollte vielmehr den Weg aufzeigen, wie diese Verkehrsfläche zugunsten von Freiräumen optimiert werden kann.

5.2.4 Begrünter Strassenraum

Die Klimaerhitzung und die Ziele des Pariser Abkommens verlangen eine Reduktion des MIV. Deshalb sollen nicht nur “wo es sinnvoll und möglich ist” Baumpflanzungen vorgenommen werden, sondern in jeder Strasse vorgesehen sein. Zudem sollten auch Fassaden- und Dachbegrünungen gefördert werden.

5.2.5 Aufenthaltsfreundlicher Raum

Grundsätzlich ist dies zu begrüssen, muss aber auch umgesetzt werden. Speziell die Zugänge zu Freizeiträumen und schulischen Einrichtungen muss verbessert und neben Temporeduktionen müssen auch im Sinne der Sicherheit Parkplätze auf der Allmend aufgehoben werden.

5.3. Haben Sie Anmerkungen zum Konzeptteil Mobilität (Konzeptteil 5.3)?

Die Umleitung des MIV auf nur noch verkehrsorientierte Strassen wird alle Bemühungen zunichtemachen, die Zugänge zu Freiräumen zu verbessern. Deswegen soll die Verkehrsführung auch zu einer Reduktion des Verkehrs beitragen. Der Parkraum für den MIV ist nicht nur angebotsorientiert zu optimieren, sondern zu reduzieren.

Teilzielbild Veloverkehr

An Kreuzungen soll die Übersichtlichkeit für Velofahrende verbessert werden.

Teilzielbild ÖV

An den Bahnhaltestellen sollen keine Vorfahrmöglichkeiten für den MIV vorhanden sein. Das fördert nur zusätzliche Fahrten durchs Quartier. Die Güterstrasse muss deshalb unbedingt autofrei werden, da das ständige Vorfahren von MIV zum Bahnhof gefährlich für PassantInnen und Velofahrende ist.

Teilzielbild MIV

Tempo 30 soll auch für die bisherigen Hauptverkehrsachsen gelten, inklusive Münchensteiner-, Reinacher- und Margarethenstrasse.

Querstrassen sollen generell zu Begegnungszonen werden.

Die Güterstrasse soll autofrei werden, und der Tellplatz als Quartierzentrum so umgestaltet werden, dass er seine Funktion erfüllen kann. Aktuell lädt die Begegnungszone durch die vielen Durchfahrten faktisch nicht zum Verweilen ein. Zudem ist diese für die alle VerkehrsteilnehmerInnen kaum ersichtlich.

Quartierparkings sollen nur gebaut werden, wenn dafür mindestens 1:1 oberirdische Parkplätze abgebaut werden.

6. Objektblätter

01 Margarethenstrasse

In der Margarethenstrasse sollte die Geschwindigkeit reduziert werden (Tempo 30).

Planungsgrundsätze

  • Die Margarethenstrasse ist eine attraktive, verkehrsberuhigte und begrünte Strasse…

Planungsanweisungen

  • Das BVD sichert im Rahmen der Erhaltungsplanung ergänzende Baumpflanzungen an der Margarethenstrasse und gestaltet sie für den Fussverkehr durchlässiger.
  • Das BVD optimiert im Rahmen der Erhaltungsplanung des Verkehrsknotens…
  • Das BVD sichert im Rahmen der Erhaltungsplanung…
  • Das BVD schliesst den Quartierteil westlich der Margarethenstrasse…
  • Der Kanton Basel-Stadt sichert möglichst bald eine leistungsfähige ÖV-Direktanbindung…

O2 Margarethenpark              

Die Temporeduktion soll nicht nur abschnittsweise erfolgen.

Planungsgrundsätze

  • Die negativen Einflüsse des Verkehrs (Sicherheit, Lärm, Luft) an der Gundeldingerstrasse sind deutlich zu reduzieren.

Planungsanweisungen

  • Das BVD verbessert im Rahmen der Gesamtsanierung…Das BVD gestaltet im Rahmen der Erhaltungsplanung die Gundeldingerstrasse für den Fussverkehr durchlässiger…
  • Das BVD führt Tempo 30 in der Gundeldingerstrasse ein…Wegen des besonderen Schutzbedürfnisses von Schulkindern werden die Bereiche von Schulhäusern, Kindergärten und Freizeitanlagen auf Tempo 20 reduziert.

O3 Gundeldingerstrasse

Planungsgrundsätze

  • Das BVD gestaltet die Gundeldingerstrrasse für den Fussverkehr durchlässiger.

O4 Dornacherstrasse West

Planungsanweisungen

  • Die Dornacherstrasse verbindet…. Die negativen Einflüsse des Verkehrs (Sicherheit, Lärm, Luft) an der Dornacherstrasse sind deutlich zu reduzieren.
  • Querstrassen sind verkehrsberuhigt und grün zu gestalten.

Planungsanweisungen

  • Das BVD führt Tempo 30 in der Dornacherstrasse ein….
  • Das BVD sichert im Rahmen der Erhaltungsplanung Baumpflanzungen in der Solothurnerstrasse.
  • Das BVD prüft weitere Baumpflanzungen in Querstrassen und die generelle EInführung von Tempo 20.

O5 Dornacherstrasse Mitte               

  • Querstrassen sind verkehrsberuhigt und grün zu gestalten.

O6 Bahnhof Basel SBB

Planungsanweisungen

  • Das BVD sichert weitere Baumpflanzungen entlang der Meret Oppenheimer-Strasse.
  • Vorgaben für Transformationsareal Nauentor
    • Ökologisch vorbildlicher Bau möglichst mit Dach- und Fassadenbegrünung

O7 Güterstrasse

Planungsgrundsätze

  • Die Güterstrasse zwischen Margarethenstrasse und Heiliggeistkirche ist das autofreie, lineare Quartierzentrum….
  • Der Tellplatz ist ein belebter Begegnungsort…Der Tellplatz ist autofrei zu gestalten.
  • Die lebendigen Freiräume an der Kreuzung bei der Heiliggeistkirche…Der Verkehrsknoten ist für den Fuss- und Veloverkehr sicher ausgestaltet und für den ÖV angebotsorientiert dimensioniert.

Planungsanweisungen

  • Das BVD gestaltet die Güterstrasse zwischen Margarethenstrasse und Thiersteinerallee als autofreies Zentrum.
  • Das BVD sichert im Rahmen der Erhaltungsplanung Baumpflanzungen in der Bruderholzstrasse und in der Tellstrasse.
  • Das BVD gestaltet einen autofreien Verkehrsknoten Tellplatz für Velo, ÖV und FussgängerInnen.

O8 Nördlicher Dreispitz

Planungsgrundsätze

  • Die Reinacher- und die Münchensteinerstrasse für den Langsamverkehr zu optimieren und komfortable Anbindungen sind zu gewährleisten.

Planungsanweisungen

  • Das BVD führt auf der Reinacher- und der Münchensteinerstrasse Tempo 30 ein.

O10 Am Walkeweg

Planungsgrundsätze

  • Der Verkehrsknoten Dreispitz ist für ÖV, VelofahrerInnen und FussgängerInnen optimiert…
  • Münchensteiner- und Dornacherstrasse sind attraktive, begrünte und verkehrsberuhigte Strassen.

Planungsanweisungen

  • Das BVD sichert Baumpflanzungen am Walkeweg.
  • Das BVD führt in der Münchensteiner- und Dornacherstrasse Tempo 30 ein.

O11 Lebensraum Gundeldingen (Gesamtperimeter)

Planungsgrundsätze

  • Quartierparkings werden nur dann gefördert, wenn dafür 1:1 Parkplätze oberirdisch abgebaut werden.
  • Gundeldingen soll ein ökologisches Quartier werden, das zeigt, wie die Pariser Klimaziele in einem urbanen Umfeld umgesetzt werden.
  • Die Bevölkerung wird auch bei Sanierungsarbeiten ausreichend informiert und gegebenenfalls einbezogen.

Planungsanweisungen

  • Planungsanweisung Quartierparkings ggf. (siehe oben) streichen.
  • Das BVD führt generell Temporeduktionen ein.
  • Das Stadtklima soll durch Baumpflanzungen gefördert werden. Zudem prüft das BVD, ob Fassadenbegrünungen durch den Mehrwertabgabefonds gefördert werden könnten.
  • Über den §55 hinaus wird die Quartierbevölkerung auch bei Sanierungen einbezogen.

7. Langfristige Optionen

Haben Sie Anmerkungen zu den nicht behördenverbindlichen langfristigen Optionen?

7.1 Velo-Gegenverkehr Dornacherstrasse

Dies sollte möglichst bald geprüft werden.

7.3 Verkehrsentlastung Güterstrasse

Dies keine langfristige Option, sondern muss möglichst zeitnah umgesetzt werden.