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Grüner Diskussionstag

6. März | 9:30 - 18:00

 

Lust auf gute Gespräche? Im Frühling wollen wir uns einen ganzen Tag die Zeit zum Diskutieren nehmen! Um gemeinsam Spass am Politisieren zu haben und unseren Horizont erweitern zu können, sind Diskussionen etwas vom Wichtigsten. Wir wollen uns deshalb mit Themen befassen, für welche im Partei-Alltag oft die Zeit fehlt.

Programm

Der Diskussionstag wird online stattfinden. Die Arbeitsgruppe hat das Programm in kreativer Weise auf die Umstände angepasst. Sie ist zuversichtlich, dass auch trotz erschwerter Umstände ein bereichernder Austausch möglich sein wird.

Die definitive Zuteilung zu den Diskussionsrunden werden den Angemeldeten in der Woche vor dem Diskussionstag per Mail zugestellt. Weitere Informationen zum Anlass wie Veranstaltungslink, Hilfestellungen etc. erhalten die Teilnehmenden ebenfalls in der Woche vor dem Anlass per Mail.

Diskussionsrunden Vormittag

Leitfragen: Wie machte sich das Spannungsfeld zwischen Protestbewegung und parlamentarischer Arbeit früher und heute bei den Grünen bemerkbar? Was ist früher und heute die Bedeutung der sozialen Frage für die grüne Bewegung? Wie hat sich das Verhältnis der Grünen zum demokratischen Staat, seinem Gewaltmonopol und zur sozialen Marktwirtschaft entwickelt?

Beschreibung: Grüne Parteien entstanden anfangs der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts in Folge der Umweltkatastrophen von Tschernobyl, Seveso oder Schweizerhalle. In diesen Gruppierungen kamen Exponent*innen aus der Friedensbewegung, der Anti-AKW-Bewegung und aus Umweltschutz-Organisationen mit zum Teil sehr unterschiedlichem politischem Hintergrund zusammen. Die Grünen Parteien traten mit ihren Inhalten und ihrem Politstil auch das Erbe der 68er Bewegung an, nachdem die anfangs der 70er Jahre entstandenen K-Gruppen (K=kommunistisch) sich ihr Scheitern eingestanden, sich auflösten oder in der Bedeutungslosigkeit verschwanden. Mit der Gründung Grüner Parteien machte sich eine ausserparlamentarische Opposition auf den langen Weg durch die parlamentarisch-demokratischen Institutionen. Nicht der Klassenkampf, sondern die Kritik am fossil-atomaren Zeitalter und die durch den kapitalistischen Wachstumszwang verursachte Umweltzerstörung und Übernutzung der natürlichen Ressourcen, die das Überleben der menschlichen Spezies infrage stellen, wurden zur zentralen Programmatik der Grünen. Das Spannungsfeld zwischen Fundamentalopposition und parlamentarischem Realismus blieb den Grünen bis heute erhalten. Mit dem Aufkommen des Neoliberalismus positionierten sich die Grünen deutlich als Verteidiger bestehender sozialstaatlicher Errungenschaften.

Leitung: Jürg Stöcklin

Leitfragen: Was bedeutet Lokalpolitik in einer Grossstadt und welchen Einfluss hat sie auf die Stadtentwicklung? Wie bringen sich die Grünen BS in den aktuellen Quartierstrukturen ein? Was braucht es für eine aktive grüne Lokalpolitik?

Beschreibung: Global denken, lokal handeln ist ein Leitspruch der Grünen Bewegung. Wie sieht das im politischen Alltag konkret aus? Wie können wir alltägliche Handlungsoptionen aufzeigen und die Zusammenhänge mit der städtisch-kantonalen, nationalen und globalen Politik herstellen? Dies ist eine Diskussion über die Politik des Alltags, Partizipation und Empowerment, über Ansätze für eine Politik nahe bei den Menschen und parteistrukturelle Herausforderungen. Nach einem kurzen Input über Quartierpolitik und Stadtentwicklung tauschen wir uns über aktuelle Beteiligungsformen und mögliche künftige Strukturen für eine lokale grüne Politik aus.

Leitung: Benjamin van Vulpen

Leitfrage: Wie können wir unser Engagement und unsere Freude an der Parteiarbeit langfristig behalten? Welche inneren Haltungen sind ein Risiko für eine stressbedingte psychische Erkrankung und was können die Einzelnen und ihre Parteikolleg*innen dagegen tun? Welche Faktoren in der Zusammenarbeit sind präventiv hilfreich?

Beschreibung: Die Grünen sind angesichts der planetarischen Situation sehr gefordert. Die Gesundheitspsychologie und die Burnout-Forschung bieten Modelle an, wie Einzelne und Gruppen bei höheren Anforderungen das psychische Gleichgewicht und eine konstruktive Teamdynamik aufrechterhalten können. Nach einem Input zu Risiko- und Schutzfaktoren für eine stressbedingte Erkrankung, diskutieren wir über Stressursachen und Ressourcen in der Politik.

Leitung: Sandrine Burnand

Leitfragen: Wie sollen die Grünen kommunizieren? Wie können wir unsere Ideen an die Öffentlichkeit bringen?

Beschreibung: 2020 war das wärmste Jahr in Europa seit Messbeginn. Dennoch diskutieren die Basler Medien lieber über Bettelpolitik und politische Ränkespiele, anstatt innovative Ideen für eine Stadt mit Zukunft zu thematisieren. In dieser Diskussionsrunde wollen wir besprechen, wie Lokaljournalismus funktioniert und wie wir es schaffen können, selbst Themen zu setzen, anstatt nur auf Anfragen zu reagieren.

Leitung: Catherine Weyer

Leitfragen: Wie können wir als Partei konkrete Hilfestellungen bieten für die Vereinbarkeit der drei Lebensbereiche Beruf, Familie und Politik? Was können wir politisch fordern?

Beschreibung: Für viele aktive Mitglieder der Grünen Basel-Stadt vor allem im Alterssegment zwischen 30 und 50 ist die Vereinbarkeit des politischen Engagements mit Beruf und Familie eine grosse Herausforderung. Dass wir hier noch nicht die idealen Antworten haben, hat – nebst anderen Faktoren – zum Rücktritt von Grossrätinnen beigetragen und spielte teilweise auch eine Rolle im Verlust des Regierungsratssitzes. Auch in den AG (Arbeitsgruppen) wäre noch mehr Wirkung möglich, wenn wir hier bessere Lösungen hätten. Wie können wir als Partei konkrete Hilfestellungen bieten? Was können wir politisch fordern? Diese und ähnliche Fragen wollen wir gemeinsam mit Fabian Leuthold von der Fachstelle UND (angefragt) diskutieren.

Leitung: Jan Schudel
Gast: Fabian Leuthold von der Fachstelle UND (angefragt)

Leitfragen: Was verstehen wir unter direkter Demokratie? Wie können wir die Möglichkeiten, die der demokratische Prozess bietet, für eine nachhaltige Klimapolitik und unsere grünen Anliegen nutzen? Wie entstehen (politische) Mehrheiten?

Beschreibung: Nach einem kurzen Input über die Besonderheiten der schweizerischen direkten Demokratie möchten wir mit euch über die Bedeutung der Demokratie für die Klimapolitik diskutieren. Demokratie ist das immer wieder neue Ausbalancieren von individueller Freiheit der Menschen und den Interessen der menschlichen Gemeinschaften sowie des uns umgebenden Kosmos. Überlassen wir in Zeiten von Covid und Klimaerwärmung den Freiheitsbegriff nicht den falschen Anwälten!

Leitung: Simone Gysin & Martin Stohler

Leitfragen: Wo stehen wir heute als Partei bezüglich Diversität und warum ist sie wichtig? Wie können wir die Diversität in der Partei fördern? Wie schaffen wir es, die diverse Schweizer Gesellschaft besser in wichtigen Gremien wie in den Parlamenten, aber auch in den Parteistrukturen einzubeziehen oder zu repräsentieren?

Beschreibung: Die Grüne Partei ist die Partei der Demokratie. Die Demokratie muss verteidigt und die Defizite müssen angegangen werden. Die Grünen stehen deshalb für eine Demokratie ein, bei der alle Menschen mitbestimmen können, die von den Entscheidungen betroffen sind und hier leben. Wir wünschen uns eine Demokratie, die die diverse Schweizer Gesellschaft widerspiegelt. Auch bei uns in der Partei gibt es viel zu tun: Die Grünen Mitglieder haben mehrheitlich einen hohen Bildungsgrad sowie ein mittleres bis hohes Einkommen, sind mehrheitlich zwischen 30 und 50, heterosexuell, identifizieren sich mit ihrem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht, sind „Schweizer*innen“ ohne Migrationshintergrund. Wie können wir dies also parteiintern ändern? Darüber wollen wir diskutieren.

Leitung: Sibel Arslan

 

Diskussionsrunden Nachmittag

Leitfragen: Wie sieht ein Green New Deal für die Schweiz aus? Und was tut sich in dieser Sache in Europa? Wo eröffnen sich Kooperationsfelder für das Nicht-EU-Land Schweiz?

Beschreibung: An der DV vom 15. August 2020 haben die Schweizer Grünen eine Resolution für einen Green New Deal verabschiedet. Der Begriff nimmt Bezug auf den New Deal, mit dem in den 1930er-Jahren nach dem Börsencrash von 1929 in den USA unterschiedliche staatliche Programme ins Leben gerufen wurden. Wie sieht ein Green New Deal für die Schweiz aus? Und was tut sich in dieser Sache in Europa? Wo eröffnen sich Kooperationsfelder für das Nicht-EU-Land Schweiz? Nach einem Input von Nationalrätin Sibel Arslan und einem Input des Bundestagabgeordneter Gerhard Zickenheiner des Bündnis 90/die Grünen werden wir über diese Fragen diskutieren.

Leitung: Martin Stohler
Gäste: Gerhard Zickenheiner (Bundestagabgeordneter Bündnis 90/ die Grünen), Sibel Arslan (Nationalrätin BastA!)

Leitfragen: Wie ergänzen sich der ausserparlamentarische Kampf des Klimastreiks und die Parteiarbeit von Grünen und junges grünes Bündnis, Jungpartei)? Welche Unterstützung können wir als Partei bieten?

Beschreibung: Seit über zwei Jahren demonstriert die Klimabewegung und der Klimastreik in der Schweiz. Viele Klimastreikende verlieren langsam die Geduld, Aktionen werden radikaler und systemkritischer. Aus dem Wissen über die Notwendigkeit schneller und grosser Veränderung entsteht eine fatalistische Grundhaltung, die zur Ablehnung der institutionellen Politik, Parteien und kleinen Verbesserungen (wie z.B. die CO2-Gesetzrevision) führt. Die Bewegung spaltet sich in einen parteinahen und einen revolutionären Flügel. Zusammen mit Klimastreikenden, die sich nicht in einer Partei engagieren und Streikenden, die Mitglied des jgb (junges grünes Bündnis, Jungpartei) sind, diskutieren wir über das Zusammenspiel von parlamentarischen Prozessen und ausserparlamentarischen Bewegungen.

Leitung: Fina Girard
Gast: Klimastreikende*r

Leitfragen: Warum erlaubt sich eine Stadt wie Basel, die sehr viele bekannte Architektenbüros beherbergt, dermassen viele Abriss-Massnahmen? Ist das Abreissen von Gebäuden, die bspw. nur 60 Jahre alt sind, nicht ein Symbol der Wegwerfgesellschaft?

Beschreibung: Es werden in Basel sehr viele gute Gebäude abgerissen. Unsere Gesellschaft erzeugt viel Bauschutt und füllt die Baudeponien. Doch ist es umstritten, in welchen Fällen ein Abriss tatsächlich einen Sinn ergibt, und in welchen Fällen eine andere Analyse notwendig wäre. Der Baubereich muss raus aus der Wegwerfgesellschaft, könnten wir als Grüne sagen. Doch wie?

Leitung: Philippe Bovet

Leitfragen: Sollen wir aus grüner Sicht ein 0%-Wirtschaftswachstum (also eine Stabilisierung des Bruttoinlandsprodukts) anstreben? Sind wir im Kanton Basel-Stadt bereit, auf Wirtschaftswachstum zu verzichten und die Konsequenzen auf unsere Gesellschaft zu tragen? Wie muss eine Gesellschaft, welche nicht nach Wachstum strebt, strukturiert sein?

Beschreibung: Wirtschaftswachstum, als jährliche Steigerung des Bruttoinlandsprodukts definiert, ist mit Ressourcenverbrauch verbunden. In den linken politischen Parteien ist eine Wachstumskritik verbreitet. Aber was wären aus grüner Sicht die Alternativen? Zwischen Décroissance und qualitativem Wachstum ist das Spektrum an Möglichkeiten vielfältig. Jede bringt Vor- und Nachteile für die Erde und für die Gesellschaft. Was wären die Auswirkungen eines negativen Wirtschaftswachstums auf die Bevölkerung und sind wir in der Lage, diese abzufedern? Welche Grossprojekte machen in Basel-Stadt überhaupt noch Sinn, wenn man sich als Ziel setzen würde, das Wirtschaftswachstum zu drosseln? Gemeinsam diskutieren wir nach einem Kurzinput über diese Fragen.

Leitung: Jérôme Comte

Leitfragen: Wie können wir als Partei konkrete Hilfestellungen bieten für die Vereinbarkeit der drei Lebensbereiche Beruf, Familie und Politik? Was können wir politisch fordern?

Beschreibung: Für viele aktive Mitglieder der Grünen Basel-Stadt vor allem im Alterssegement zwischen 30 und 50 ist die Vereinbarkeit des politischen Engagements mit Beruf und Familie eine grosse Herausforderung. Dass wir hier noch nicht die idealen Antworten haben, hat – nebst anderen Faktoren – zum Rücktritt von Grossrätinnen beigetragen und spielte teilweise auch eine Rolle im Verlust des Regierungsratssitzes. Auch in den AGs (Arbeitsgruppen) wäre noch mehr Wirkung möglich, wenn wir hier bessere Lösungen hätten. Wie können wir als Partei konkrete Hilfestellungen bieten? Was können wir politisch fordern? Diese und ähnliche Fragen wollen wir gemeinsam mit Fabian Leuthold von der Fachstelle UND (angefragt) diskutieren.

Leitung: Jan Schudel
Gast: Fabian Leuthold von der Fachstelle UND (angefragt)

Leitfragen: Was beinhaltet Kulturpolitik in Basel? Wo konkurrenziert sich Kultur und wie kann man dem entgegenwirken? Was ist grüne Kulturpolitik?

Beschreibung: Die Grünen sind auch in der Kulturpolitik engagiert. Was Kultur für unsere grüne Politik für eine Bedeutung hat, und wie überhaupt eine grüne Kulturpolitik aussieht, wird jedoch innerhalb der Grünen nicht oft diskutiert. Deshalb möchten wir uns mit diesem Thema auseinandersetzen.

Leitung: Jo Vergeat

Leitfragen: Was ist Extremismus und wie gefährdet er die parlamentarische Demokratie? Was ist die Grüne Antwort auf diesen Extremismus?

Beschreibung: Seit dem Ende des Kalten Krieges und dem vermeintlichen „Ende der Geschichte“ rückten vermehrt innerstaatliche Konflikte, Extremismus und Terrorismus in den Fokus der Sicherheitsdebatte. Die sicherheitspolitische Agenda wurde gerade im Zuge des 11. Septembers 2001 von bürgerlichen Antworten dominiert, die Linke und die Grünen konnten meist keine Mehrheit der Bevölkerung erreichen. Diese Debatten waren denn auch eine Säule des Aufstiegs des europäischen und speziell auch des schweizerischen Rechtspopulismus. Besonders ins Augenmerk fiel dabei der islamische Fundamentalismus, wo sich auch aufgrund von gesellschaftlichen Veränderungen in den europäischen Gesellschaften neue Fragen von Integration, Inklusion und Assimilation stellten. Der Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021 führte auch die Militanz des Rechtspopulismus in nordamerikanischen und europäischen Ländern vor Augen. Es stellt sich, auch mit einem Blick in die Zukunft, die Frage, wie die Grünen eine Antwort auf Extremismus und Populismus bieten können.

Leitung: Oliver Thommen

 

Infos zur Person

Mandate

  • Im Grossen Rat seit 01.03.2020 (Umwelt-, Verkehr- und Energiekommission), jgb

Details

Datum:
6. März
Zeit:
9:30 - 18:00