Gemeinsame Medienmitteilung von BastA!, jgb, JUSO und GRÜNEN

Der Grosse Rat hat heute Steuersenkungen in der Höhe von rund 90 Millionen Franken beschlossen. Dieses Steuersenkungspaket wird als Kompromiss betitelt, es weist aber grosse Schlagseiten auf. Am Meisten vom Kuchen erhalten die Wohlhabenden im Kanton, während die untersten Einkommensklassen leer ausgehen. Personen, die aufgrund ihrer wirtschaftlichen Situation keine Steuern zahlen, haben gar nichts vom Millionenpaket. Die nun beschlossenen rund 90 Millionen Franken weniger Steuersubstrat werden in Zukunft zu negativen Rechnungsabschlüssen im Basler Haushalt ab 2024 führen, wie die gerade publizierten Prognosen der nächsten Jahre zeigen. Aus diesen Gründen sind die massiven Steuersenkungen zum jetzigen Zeitpunkt verantwortungslos.

Kein Geld für notwendige Klimamassnahmen

Für die effiziente, rasche und sozial gerechte Bekämpfung der Auswirkungen der Klimakrise sind starke Investitionen und Geldmittel nötig. Zudem soll der Kanton auch das Pariser Klimaabkommen einhalten und seinen Anteil für eine klimaneutrale Welt beitragen. Mit der Senkung der Steuern sind diese Investitionen und damit der Kampf gegen die immer schneller fortschreitende Klimakrise stark gefährdet.

Steuersenkungen für Topverdienende

Mit dem Steuerpaket werden die Steuersätze der obersten Einkommensklassen wieder gesenkt. Von dieser Senkung profitiert nur ein geringer Teil der Bevölkerung. Dieser Entscheid ist ein Affront gegenüber dem Willen der Bevölkerung, haben doch die Stimmberechtigten mit der Annahme der Topverdienendensteuer vor drei Jahren die erhöhten Steuersätze beschlossen.

Kommt dazu, dass sowohl die WAK als auch der Grosse Rat die vom Regierungsrat eingebrachten Steuersenkungen bei den Vermögen beibehalten wollen, obwohl für die Steuersenkungen kein parlamentarischer Auftrag vorlag. Es ist wegen der immer grösseren Vermögensunterschiede im Kanton unverständlich, warum Vermögende entlastet werden sollen: Diese Steuersatzsenkungen kommen ausschliesslich dem reichsten Viertel aller Steuerzahlenden zu Gute und heizen den Steuerwettbewerb weiter an.

Unterstützung der tiefsten Einkommen nötiger denn je

Unter der steigenden Energiepreise und der prognostizierten Teuerung von über drei Prozent, haben die tiefsten Einkommen am Meisten zu leiden. Aber gerade dieser Bevölkerungsteil wird vom Steuerpaket überhaupt nichts haben. Waren bei der SV17 noch Stärkungsmassnahmen wie die Erhöhung der Kindergelder und Krankenkassenzuschüssen im Paket drin, fehlen solche Massnahmen im beschlossenen Paket vollkommen. Um diese Bevölkerungsgruppe in Zukunft stärker unterstützen zu können, werden angesichts der prognostizierten Defizite die Mittel fehlen und den sozialen Frieden gefährden.

Für weitere Auskünfte stehen Ihnen zur Verfügung:

  • Harald Friedl, Grossrat GRÜNE, 076 544 48 30
  • Heidi Mück, Grossrätin BastA!, 078 717 34 62
  • Nino Russano, Präsident JUSO BS, 079 872 20 72
  • Laurin Hoppler, Grossrat jgb, 076 390 37 87