Digitalisierung und Demokratie
Im November traf sich die grüne Schweiz zum „Sommet du Changement“, um über Digitalisierung und Demokratie zu diskutieren. Eröffnet wurde der Sommet mit einer Rede und Podiumsdiskussion von Marina Weisband, die vor allem auf die Risiken von Künstlicher Intelligenz (KI) für Kinder und ihr Demokratieverständnis hinwies. Ihr zentraler Punkt: KI-Tools wie ChatGPT führen bei Kindern dazu, dass sie den Eindruck haben, die KI wisse alles besser, als sie selbst. Dies ist gefährlich, da Kinder so nicht mehr lernen, Antworten kritisch zu würdigen und hinterfragen – eine Entwicklung, die ihre kognitive und emotionale Reife beeinflussen könnte.
Weisbands Vorschlag, KI für Kinder unter 16 zu verbieten, wirkt auf den ersten Blick radikal. Sowieso – ist ein pauschales Verbot überhaupt durchsetzbar? Vielleicht braucht es stattdessen Bildungskonzepte, die Kindern den verantwortungsvollen Umgang mit KI vermitteln – ähnlich wie bei der Medienkompetenz. Diese Frage nehme ich als Hausaufgabe mit: Wie können wir Kinder befähigen, KI als Werkzeug zu nutzen, ohne ihre kritische Denkfähigkeit zu gefährden?
Digital sicher Unterschriften sammeln?
Ein Highlight des Sommets war der Workshop zur digitalen Unterschrift für Initiativen und Referenden. Angesichts der Probleme mit gefälschten Unterschriften könnte die Digitalisierung hier Abhilfe schaffen. Doch die Herausforderung liegt im Vertrauen der Bevölkerung: Wie lässt sich ein System gestalten, das sicher, transparent und manipulationsfrei ist? Eine Lösung, die alle überzeugt, wird nicht einfach zu finden sein – erste Lösungsvorschläge kommen bald. Ich bin gespannt.
Digitale Souveränität: Noch viele Baustellen
In der Mittagspause nutzten wir die Gelegenheit für ein informelles Treffen aller Parlamentarier:innen, die sich für digitale Souveränität einsetzen. Hier wurde schnell klar: Wir haben alle dieselben Probleme – die Produkte von Microsoft werden beim Bund und in den Kantonen gerne als alternativlos bezeichnet – die Abhängigkeit von Tech-Konzernen wird geflissentlich verdrängt. Konkrete Lösungen sind noch nicht in Sicht, aber die GRÜNEN haben in vielen Kantonen unerschrocken den Kampf gegen diese totale Abhängigkeit aufgenommen.
Was mir an diesem Tag besonders im Gedächtnis blieb: der Austausch mit Gleichgesinnten gibt kraft. Es ist beruhigend zu sehen, dass so viele Menschen sich für unsere Anliegen engagieren. Die Herausforderungen sind gross, aber die kollektive Energie gibt Hoffnung.