Sisyohos-Arbeit: Eine gemeinsame Bildungs- und Kulturpolitik
Oft heiss diskutiert, aber selten wegen sachlicher Themen, sondern wegen des Geldes. Politik hat oft lange Vorlaufund Wirkungszeiten. In der Bildung und Kultur scheint es zunehmend schwierig, diese langfristige Politik zwischen beiden Basel zu gewährleisten. Kaum wurde 2006 mit dem Universitätsvertrag ein Meilenstein auf den Berg gerollt, werden keine Generation später wieder Grundsatzfragen gestellt. Bei der Kultur ist es kaum anders, der Stein droht immer wieder runterzurollen und die Sisyphos-Arbeit beginnt von neuem, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Und Nenner heisst hier eigentlich immer Geld.
WIE VIELFALT EINHEITLICH FÖRDERN?
Die kulturelle Vielfalt ist gross und ebenso die Unterschiede zwischen Zentrum und Peripherie. Während in Basel neben viel Nischenkultur auch grosse und überregionale Kulturinstitutionen angesiedelt sind, besticht Baselland mit einer regionaldifferenzierten und vielfältigen Kulturlandschaft, die mit dem Roxy in Birsfelden traditionsreiche und weitbekannte Begegnungsorte kennt. Dies alles unter einen Hut zu bringen, hat sich in der politischen Auseinandersetzung immer wieder als schwierig erwiesen. Mit dem Kulturvertrag von 2019 wird ein gemeinsamer Rahmen inklusive Finanzierung geschaffen. Damit haben die Institutionen eine gewisse Planungssicherheit. Zudem gibt es mit der gemeinsamen Förderung zum Beispiel beim Film und der Literatur auch wirklich regionale Gefässe. Da die Geldfrage so dominiert, ist es für die GRÜNEN immer wieder unsere politische Aufgabe, für eine gemeinsame Stossrichtung für die kulturelle Entfaltung der Region zu kämpfen.
GLOBALE BEITRÄGE, REGIONALER FRIEDEN?
Während die unteren Schulstufen kantonal oder über schweizweite Konkordate organisiert wird, haben wir mit der FHNW und der Universität zwei grosse Bildungsinstitutionen, die Baselland und Basel-Stadt gemeinsam tragen. Die FHNW kennt noch weitere Trägerkantone (AG, SO), hat aber ähnliche Herausforderungen. Einerseits geht es gewissen ganz grundsätzlich um die Bildung: Sie wollen vom humanistischen Bildungsideal Abschied nehmen und nur noch dort Bildung staatlich fördern, wo sie auch einen direkten finanziellen Nutzen oder einen Bedarf aus der Wirtschaft hat. In Baselland wurde dazu gar eine Initiative eingereicht. Andererseits geht es ums gute Geld. Dort ist vor allem die Universität im Visier, deren Globalbeiträge im Herbst neu festgelegt und erhöht wurden. Weil der Bund bei der Bildung spart und die anderen Kantone keine angemessene Entschädigung für ihre Studierenden zahlen, sind die Trägerkantone gefragt. Die Rechte stellt deshalb zum Teil die Finanzierung in Frage, obschon sie ein wesentlicher Treiber der innovativen Entwicklung ist. Es liegt auch an den GRÜNEN zu zeigen, wie und warum eine Universität finanziert werden muss und warum alle davon profitieren – nicht nur finanziell.
(ot) Mitarbeit: Béla Bartha, Laurin Hoppler (beide Grossrat), Kalle Zeller und Dominique Zbinden (beide Landrat)