Gemeinsam und präventiv für die Gesundheit sorgen
Gesundheitsversorgung macht nicht an der Kantonsgrenze halt. Trotzdem gelingt es nicht, die Spitalplanung gemeinsam voranzutreiben. Die beiden Basel sollten bei Gesundheitsthemen eng zusammenarbeiten, um Gesundheitskosten zu dämpfen und Synergien zu nutzen. Gemäss Staatsvertrag sollen stationäre wie ambulante Angebote gemeinsam koordiniert und umgesetzt werden – und das partnerschaftlich. Klingt gut, doch die Realität sieht leider anders aus. Bei der Zusammenarbeit zwischen den beiden Regierungsräten ist Sand im Getriebe. Baselland fühlt sich in die zweite Reihe versetzt und hat mit dem starken Patient*innenfluss ins Universitätsspital Basel zu kämpfen. Die dort höheren Spitaltarife verursachen in Baselland jährliche Mehrkosten von rund 8,5 Mio. Franken. Die freie Spitalwahl ist zwar begrüssenswert, doch die Tarifdifferenzen sind nicht zielführend. Und ein Finanzausgleich zwischen beiden Kantonen zeichnet sich nicht ab. So verbleiben Baselland zwei Varianten zur Prüfung: Auf dem Bruderholz und in Liestal die bestehende Infrastruktur erneuern oder auf der «Grünen Wiese» in Pratteln ein neues Spital bauen. Gleichzeitig sind für das Universitätsspital hohe Fallzahlen von zentraler Bedeutung – nur so kann die Qualität und das Angebot für die Region langfristig gesichert werden. Dieses Potenzial ist aktuell aber gefährdet. Es braucht eine gemeinsame Spitalplanung und eine einheitliche Trägerschaft für die Spitäler, um die hohe Qualität der Spitäler zu erhalten und die Gesundheitskosten nachhaltig zu senken. Deshalb müssen wir bereit sein, über unsere Schatten zu springen – auf beiden Seiten.
Anina Ineichen, Grossrätin
Natalie Oberholzer, Landrätin