GPK-Sonderbericht muss nun Kulturwandel anstossen
Der Sonderbericht der Geschäftsprüfungskommission zeigt klare Mängel bei der Führung der Polizei durch den Regierungsrat auf. Der nach dem „Bericht Schefer“ erzwungene Neustart muss nun für echte Verbesserungen genutzt werden, sonst bleiben die Leittragenden die Polizist:innen.
Den heute publizierten Sonderbericht der Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Grossen Rates nehmen die GRÜNEN Basel-Stadt mit Sorge zur Kenntnis. Der Bericht zeigt, dass der Regierungsrat über Jahre Verbesserungen der Anstellungsbedingungen für Polizist:innen verschlafen hat. Gleichzeitig musste die Polizei mit dem zwischenzeitlich harten Kurs der Departementsvorsteherin bei Demonstrationen und den zahlreichen Grossveranstaltungen bei weniger Personal einen sehr grossen Einsatz für die Allgemeinheit leisten.
Die GRÜNEN Basel-Stadt sind umso erstaunter, dass die Polizeileitung und der dem Regierungsrat direkt unterstellte Kommandant trotz der ungenügend wahrgenommenen Führungsverantwortung der Departementsvorsteherin und letztlich des Gesamtregierungsrats den Hut nehmen musste. Denn gemäss GPK-Bericht hatte die damalige Polizeileitung über mehrere Jahre versucht, die nun geplanten Verbesserungen beim Departement einzufordern.
Endlich Massnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen ergreifen
Der durch den „Bericht Schefer“ erzwungene Neustart muss vom Regierungsrat nun wirklich dafür genutzt werden, ein attraktives Arbeitsumfeld zu schaffen, insbesondere für Frauen und Menschen mit Familien. Es braucht endlich eine Kinderbetreuung für die Polizist:innen, zum Beispiel während Ordnungsdiensten. Darüber hinaus braucht es mehr als nur Lippenbekenntnisse bezüglich Nulltoleranz zu Rassismus und Sexismus.
Für das Arbeitsklima in der Polizei selbst ist es wichtig, dass dies systematisch und auf allen Stufen angegangen wird. Dies zeigt der Fall der hinweisgebenden Person im GPK-Bericht. Wenn jetzt nicht gehandelt wird, verliert die Polizei weiter gute Leute. Schliesslich muss nun auch unverzüglich das Lohnmassnahmenpaket in Kraft treten können, das nun schon seit über einem halben Jahr in der WAK beraten wird.