Mit deutlichem Mehr überweist der Grosse Rat eine Motion von Grossrat Laurin Hoppler für einen späteren Schulstart auf Sekundarstufe I und II sowie dem Zentrum für Brückenangebote (ZBA) und den Berufsschulen. Der Vorstoss sieht ein flexibles Modell vor für den späteren Schulstart bis mindestens um 8:30 Uhr.

In der Pubertät verschiebt sich der biologische Rhythmus hormonell bedingt etwa um zwei Stunden zurück. Viele Jugendliche schlafen deshalb später ein und haben mit einem frühen Schulstart eher Mühe. Eine neue Studie der Universität Zürich hat ein Pilotprojekt in Gossau analysiert: Wenn die Jugendlichen den Start selber wählen können, dann schlafen sie im Schnitt etwa 45 Minuten länger und haben messbar bessere schulische Leistungen und psychische Gesundheit. Das Gossauer Modell sieht vor, dass die erste Lektion am Morgen freiwillig ist und der obligatorische Unterricht erst später um 8.30 Uhr beginnt.

Flexibles Modell für verschiedene Familien

Auch in Basel-Stadt wird dieses Bedürfnis von Schüler:innen immer wieder geäussert: Bei Workshops des Kinderbüros, das Schulklassen aus verschiedenen Altersstufen regelmässig mit Grossratsmitgliedern zusammenbringt, ist dies immer wieder ein Thema. 

Es ist ein Bedürfnis von Jugendlichen, es ist ein Bedürfnis von Lehrpersonen und es gibt ein erprobtes Modell dafür. Deshalb soll auch Basel-Stadt einen flexiblen Schulbeginn in der Sekundarstufe ermöglichen.
Laurin Hoppler, Grossrat jgb

Das flexible Modell berücksichtigt verschiedene familiäre Situationen, weil ein früher Start weiterhin möglich bleibt. Die Verschiebung gilt zudem nur für die Lebensphase, in der sie wissenschaftlich belegt ist und in der Jugendliche selbstständig genug sind, um eigenverantwortlich in die Schule zu kommen.