Nein zur Ernährungsinitiative
Die sogenannte Ernährungsinitiative hat wichtige Ziele: Die natürlichen Lebensgrundlagen wie Böden, Gewässer und Biodiversität sollen besser
geschützt und die nachhaltige Landwirtschaft soll gestärkt werden. Der Weg, den die Ernährungsinitiative vorschlägt, ist allerdings aus Sicht der GRÜNEN falsch und viel zu extrem. Ja, wir brauchen ein nachhaltiges Landwirtschafts- und Ernährungssystem, welches die Ökosysteme und die Biodiversität schützt und den Pestizideinsatz drastisch reduziert. Ein Netto-Selbstversorgungsgrad aber von mindestens 70 Prozent (aktuell 42%), wie ihn die Initiative verlangt, ist unrealistisch und kontraproduktiv. Es würde einzig erreicht, dass die Schweizer:innen noch mehr Lebensmittel im Ausland ohne Tierwohl-Mindeststandards kaufen und die hohe (Bio-)Qualität unserer wichtigen raufutterbasierten Milch- und Fleischproduktion unter Druck geraten würden. 70 Prozent unserer Landwirtschaftsfläche sind Grasland, welches nur mit Wiederkäuern agrarökologisch sinnvoll genutzt werden kann.
Der Ansatz einer rein pflanzlichen Produktion ist nicht nachhaltig, zumal dies in einer Übergangsfrist von zehn Jahren unrealistisch wäre. Daher lehnen sowohl der Bundesrat, das einstimmige Parlament und alle Parteien die Ernährungsinitiative ab. Wir GRÜNE bleiben selbstverständlich dran: die Fraktion hat zur Agrarpolitik 2030 bereits ein umfassendes Vorstosspaket für eine ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft eingereicht.
Maya Graf, Ständerätin BL