Letzten Dezember, als Riehen ein Defizit von fast 19 Millionen Franken auswies, war dem bürgerlich dominierten Gemeinderat schnell klar: Der Rotstift muss her! Eine Erhöhung der Steuern oder der Kosten für die Parkkarten stand aber selbstverständlich nicht zur Debatte. Eine Motion, die letzteres verlangte, lag auf dem Tisch (acht Franken pro Jahr kostet eine Parkkarte aktuell, ein Skandal!). Stattdessen wurde das Budget für die Entwicklungszusammenarbeit massiv gekürzt und die Kosten für die Badi- und Bibliothekskarte sowie die Elternbeiträge für die Tagesstruktur erhöht. Die konkreten Zahlen erfuhren die Eltern erst Ende April. Neu sinkt die Finanzierung für die Betreuung der Schulkinder durch die Gemeinde von 69 auf 60 Prozent. 720 Familien sind betroffen, wobei 14 Prozent anspruchsberechtigt wären. Ein Aufschrei ging durch Riehen, eine Petition mit 514 Unterschriften wurde eingereicht, politische Vorstösse und Leser:innenbriefe folgten.

Eine Gesellschaft muss sich Gedanken zur Kinderbetreuung machen: Soll sie professionell, unentgeltlich und selbstverständlich wie die Schulung unserer Kinder sein oder ist sie Privatsache? Riehen wird sich noch länger damit beschäftigen.

Erschienen im Grünwärts Nr. 46, August 2026