Im Mai 2022 wurde Basel zur „Schwammstadt“ erklärt, um ein internationales Vorbild im Klimaschutz zu werden. Im Juli 2022 wurde die Hitzebelastung verschiedener Stadtteile thematisiert. Messungen von Smart Regio Basel zeigen, dass nicht alle Orte in Basel gleichermassen betroffen sind1. Das zeigen auch die extremen Hitzetage in Basel. Gewisse Quartiere, Strassenzüge und Plätze heizen sich extrem auf. Hier kann neben der grossflächigen Entsiegelung auch kleine Begrünung von grosser Wirkung sein.

Eine Studie der Universität Santiago de Compostela2 zeigt, dass die Begrünung von Pflastersteinfugen Temperatursenkungen von bis zu 28 °C auf sonnengeheizten Flächen bewirken und lokal zu einer höheren Artenvielfalt führen kann. Die Pflanzen zwischen Kopfsteinpflaster und anderen Steinplatten, kann das Aufheizen der Steinplatten stark reduzieren. Auch kleine begrünte Flächen, tragen zur Mikrokühlung bei. Auch solche kleinen Temperatursenkungen haben in der Summe eine sehr positive Wirkung auf das Mikroklima eines Stadtteils.

Gerade Basel (beispielsweise in der Innenstadt) verfügt über viele verfugte Bereiche, die Potential für eine kleine Entsiegelung bieten. Insbesondere da, wo sie nicht als Gehweg genutzt werden und eine Zementierung daher nicht nötig ist. Beispielsweise die dekorativen Pflastersteine in den Bereichen Heuberg, Gemsberg oder versiegelte Innenhöfe und Höfe wie zum Beispiel der Rosshof. Letzterer wird mehrmals im Jahr akribisch vom jedem Grün befreit. Zudem ist es auf breiten Trottoirs schon heute so, dass kleine Flächen auf Allmend für Kletterpflanzen und etc. entsiegelt werden.

Viele Städte in Europa arbeiten bei der Anpassung ihrer Städte mit der Bevölkerung zusammen. So gibt es Entsiegelungswettbewerbe und andere Motivationen zur gemeinsamen Begrünung und Umgestaltung der Stadt. So können auch Private dazu angeregt werden, ihre versiegelten Flächen zu entsiegeln oder zu begrünen.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse und Beispiele anderer Städte könnten in Basel von Bedeutung sein, um der grossen Hitze entgegenzuwirken, besonders vor dem Hintergrund des historischen Pflastersteinbestands und der Ziele der Schwammstadtstrategie.

Aufgrund dieser Erkenntnisse stellen sich an den Regierungsrat folgende Fragen:

  1. Sind dem Regierungsrat die positiven Effekte der Mikrobegrünung auf die Stadttemperatur, die Entlastung der Abwasseranlagen und die Pflege der Grundwasserversorgung bekannt?
  2. Sieht der Regierungsrat ein Potential in vermeintlich kleinstflächiger Entsiegelung (wie bspw. die Begrünung von Fugen, Schaffung von Mirkogrünzonen)?
  3. Hält der Regierungsrat eine Begrünung und Entsiegelung im Kleinen (wie Pflastersteinböden, Allmendflächen, Innenhöfe) für sinnvoll?
  4. Welche Schritte müssten unternommen werden, um mehr Entsiegelung im Kleinen zu fördern?
  5. Kann sich der Regierungsrat vorstellen, aktiv auf Allmendflächen vor Gebäuden kleinere Begrünungsflächen, wie Rosen- oder Blumenbeete, zu schaffen?
  6. Welche technischen, ökologischen oder städtebaulichen Argumente sprechen neben der Begehbarkeit gegen die Begrünung von Pflastersteinfugen?
  7. Sind diese oder ähnliche Massnahmen bereits in bestehenden Konzepten wie dem Stadtklimakonzept oder der Schwammstadtstrategie vorgesehen? Falls ja, wie weit sind diese Planungen fortgeschritten?
  8. Was plant der Regierungsrat , um die Bevölkerung für eine Hitze mindernde Umgestaltung ihrer Privatareale zu motivieren?

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